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Von KNA Am

In Das Heilige Jahr in Rom

Mexiko-Stadt, 14.2.16 (kath.ch) Papst Franziskus hat bei einem Besuch des mexikanischen Nationalheiligtums in Guadalupe die besondere Sorge Gottes und der Kirche für Arme und Benachteiligte bekräftigt. Niemand dürfe aus den menschlichen Gemeinschaften, Gesellschaften und Kulturen ausgeschlossen bleiben, sagte er am Samstagabend, 13. Februar, in der Basilika, die mit 20 Millionen jährlichen Besuchern als das grösste Marienheiligtum der Welt gilt.

Alle Menschen seien wichtig, vor allem diejenigen, die «den Gegebenheiten nicht gewachsen sind oder nicht das nötige Kapital für deren Aufbau einbringen», so der Papst.

Die Messe in Guadalupe, das für die Christianisierung der Indigenen und der Mestizen in Lateinamerika eine zentrale Rolle spielte, bildete den Abschluss des ersten Besuchstags von Franziskus in Mexiko. Am Abend zuvor war er, von Kuba kommend, zu seinem knapp einwöchigen Besuch in dem bevölkerungsreichsten Land der spanischsprachigen Welt eingetroffen.

Bei seiner Ankunft in Guadalupe begab sich Franziskus zunächst zur alten Kathedrale und zog dann in Prozession zu der modernen Basilika, wo er die Messe feierte. Zum Abschluss wollte er im «Camarin», wo sich das Bild der Gottesmutter befindet, in Stille beten.

Maria erschien dem Indio Juan Diego Cuauhtlatoatzin

Das Heiligtum von Guadalupe, das auf Marienerscheinungen aus dem Jahr 1531 für den inzwischen heiliggesprochenen Indio Juan Diego Cuauhtlatoatzin zurückgeht, sei ein «echtes Wahrzeichen der Liebe und der Gerechtigkeit» geworden, betonte der Papst. Die Gottesmutter habe Juan Diego als «sehr vertrauenswürdigen Botschafter» ausgewählt, um den Bau des zu errichtenden Heiligtums zu beaufsichtigen, zu betreuen und voranzutreiben.

Juan Diego habe die Aufgabe ablehnen wollen, weil er sich für nicht geeignet hielt, aber die Gottesmutter habe insistiert, betonte der Papst unter Verweis auf die Geschichte des Heiligtums. Damit habe die Gottesmutter in ihm und damit in allen Kleinen, Vertriebenen und Ausgeschlossenen erstmals Hoffnung geweckt und gezeigt, was die Barmherzigkeit Gottes ist.

Guadalupe – Heiligtum für Jugendliche ohne Zukunft

Guadalupe sei somit zum Heiligtum auch für Jugendliche geworden, die für sich keine Zukunft sehen würden und die vielen schmerzlichen und gefährlichen Situationen ausgesetzt seien. Hierhin kämen viele, die keine Kraft mehr hätten, die keinen Raum für Hoffnung, für Veränderung und für Verwandlung spürten. Auch von den Menschen heute verlange Maria, ihre «Botschafter» für Hungrige, Durstige, Gefangene, Kranke und Traurige zu sein.

Zu der als «Morenita» (Dunkelhäutige) bezeichneten Schutzheiligen Mexikos pflegt der Papst eine besondere Beziehung. Bereits im Vorfeld der Reise hatte er betont, er freue sich besonders darauf, vor der Gottesmutter im Heiligtum von Guadalupe beten zu können, die von den Mexikanern so sehr verehrt werde. (kna)