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Von CIC Am

In Das Heilige Jahr in Rom

Rom, 20.1.16 (kath.ch) Papst Franziskus hat zur Einheit von Katholiken, Protestanten und Orthodoxen aufgerufen. Die drei Konfessionen seien durch die Taufe miteinander verbunden, sagte Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan. Anlass war die laufende Gebetswoche für die Einheit der Christen. Das Ereignis lade alle Christen ein, die Gemeinsamkeiten zwischen ihren Kirchen wiederzuentdecken und die Gräben zu überwinden.

«Wir sind ein heiliges Volk, auch wenn wir aufgrund unserer Sünden noch nicht völlig geeint sind. Gottes Barmherzigkeit ist stärker, als unsere Spaltungen», sagte der Papst vor 6000 Gläubigen in der voll besetzten Audienzhalle. Wegen der derzeitigen Winterkälte in Rom fand die wöchentliche Katechese nicht auf dem Petersplatz statt.

Taufe, ein «Band der Einheit»

Bereits das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) habe das Taufsakrament als zentralen Ausgangspunkt der brüderlichen Verbindung aller Christen betont, so Franziskus: «Die Taufe begründet ein sakramentales Band der Einheit zwischen allen, die durch sie wiedergeboren sind», zitierte er aus dem Ökumene-Dekret Unitatis redintegratio von 1964. Egoismus habe zu Spaltungen, Abschottung und sogar Verachtung zwischen den Konfessionen geführt. Hier gelte es, von der Taufe ausgehend einen neuen Anlauf für die Ökumene zu unternehmen. Dazu müssen die Kirchen aus seiner Sicht vor allem durch barmherzige Taten für die Armen und Ausgeschlossenen ihre Einheit als Verkünder des Evangeliums bezeugen.

Die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen steht dieses Jahr unter dem Motto «Berufen, die grossen Taten des Herrn zu verkünden». Zu den federführenden Organisatoren zählte dieses Jahr eine Ökumene-Initiative aus Lettland. Zum Abschluss der Gebetswoche feiert Franziskus am kommenden Montag eine ökumenische Vesper in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern. (cic)