Von CIC Am

In Das Heilige Jahr in Rom

Rom, 20.8.16 (kath.ch) Für viele war sie schon zu Lebzeiten eine Heilige: Am 4. September wird Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997) nun tatsächlich zur «Ehre der Altäre» erhoben. Papst Franziskus leitet persönlich die Heiligsprechungsfeier auf dem Petersplatz in Rom. Der Gottesdienst ist einer der Höhepunkte im vom Papst ausgerufenen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit.

Die Heiligsprechung der Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin gilt als Ansporn an Kirche und Gesellschaft, den Blick auf die «existenziellen Peripherien» zu schärfen. Der Anlass findet am Tag vor dem offiziellen Gedenktag der neuen Heiligen am 5. September statt, der auch ihr Todestag ist. Zur Heiligsprechungsfeier, die um 10.30 Uhr beginnt, werden mehrere Hunderttausend Menschen auf dem Petersplatz erwartet.

Die Mutter der Armen

Mutter Teresa ist als «Mutter der Armen» weltweit bekannt. Sie wurde als Albanerin mit bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu im heute mazedonischen Skopje geboren. Schon als Schulmädchen wollte sie Missionsschwester werden. Mit 18 Jahren trat sie bei den Loretoschwestern ein, die sie als Lehrerin nach Kalkutta sandten.

1948 verliess sie diese Gemeinschaft, um ihrer nach eigenem Empfinden eigentlichen Bestimmung nachzugehen. In einen weissen Sari, die übliche indische Frauentracht, gekleidet, siedelte sie in eines der schlimmsten Elendsviertel von Kalkutta, um dort das Leben der Armen zu teilen. Schon ein Jahr später bildete sie dort mit einheimischen jungen Frauen, die sich ihr anschlossen, eine Gemeinschaft, die «Missionarinnen der Nächstenliebe». Vor allem ihre Heime für Findelkinder und ihre Sterbehäuser für todgeweihte Obdachlose machten sie über Indien hinaus bekannt.

Für ihr Werk, das auf allen Kontinenten Fuss fasste, wurden Mutter Teresa zahlreiche Ehrungen zuteil, unter anderem die Ehrenstaatsbürgerschaft der USA sowie 1979 der Friedensnobelpreis. Am 5. September 1997 starb Mutter Teresa 87-jährig in Kalkutta. Bereits sechs Jahre später, am 19. Oktober 2003, sprach Papst Johannes Paul II. (1978-2005) sie selig – in einem der kürzesten Verfahren der Geschichte.

Dankesfeier in Mazedonien

Papst Franziskus hat Kardinal Vinko Puljic zu seinem Sondergesandten für die Dankesfeier in Mazedonien anlässlich der Heiligsprechung von Mutter Teresa ernannt. Der Erzbischof von Sarajevo reise am 11. September zum Tag der Danksagung für die Heiligsprechung der Ordensgründerin in die Hauptstadt Skopje, teilte das vatikanische Presseamt mit. (kap/cic)

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